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Autonome Filialbelieferung

10 Minuten Lesezeit

Voraushandeln auf der Straße: Autonome Filialbelieferung im Realbetrieb

Wie Lidl in Deutschland gemeinsam mit dem schwedischen Tech-Startup Einride autonome Filialbelieferung auf öffentlichen Straßen erprobt und dabei Erkenntnisse für die Logistik der Unternehmen der Schwarz Gruppe gewinnt. 

Volle Regale sind keine Selbstverständlichkeit. Damit Waren zuverlässig in den Filialen ankommen, muss Logistik jeden Tag funktionieren, auch dann, wenn sich Rahmenbedingungen verändern. 

Die Unternehmen der Schwarz Gruppe warten nicht auf fertige Lösungen. Sie erproben neue Technologien dort, wo sie sich bewähren müssen: im realen Betriebsumfeld.

Ein Pilotprojekt auf öffentlichen Straßen

Im September 2026 startete in Edermünde bei Kassel ein Pilotprojekt der Unternehmen der Schwarz Gruppe. Lidl in Deutschland erprobt darin gemeinsam mit dem schwedischen Tech-Startup Einride einen vollelektrischen Lkw mit SAE-Level-4-Automatisierung auf öffentlichen Straßen.

Damit ist Lidl der erste Lebensmitteleinzelhändler, der einen kabinenlosen E-Lkw mit autonomer Fahrfunktion zur Filialbelieferung im Realbetrieb auf öffentlichen Straßen in Deutschland einsetzt. Der entscheidende Unterschied zu einer reinen Demonstration der Technologie: Der Lkw fährt nicht auf einem abgesperrten Testgelände, sondern in einem definierten Einsatzbereich unter realen Bedingungen auf öffentlicher Straße.

Im Mittelpunkt steht deshalb nicht nur das Fahrzeug. Einbezogen werden auch die Abläufe an den beteiligten Standorten, die Anlieferung in der Filiale sowie vorgelagerte und nachgelagerte Aufgaben. Auch die Zusammenarbeit mit den beteiligten Fachkräften gehört zum Pilotumfang. Wir, die Unternehmen der Schwarz Gruppe, erproben intensiv, analysieren Chancen wie Herausforderungen und prüfen Schritt für Schritt, wie sich zukunftsfähige Lösungen optimal in unser Gesamtsystem integrieren lassen. 

Das Pilotprojekt auf einem Blick

  • Standort: Edermünde, Deutschland
  • Initiator: Schwarz Corporate Solutions, Schwarz Digits
  • Operative Umsetzung: Lidl in Deutschland
  • Pilotpartner: Einride, schwedisches Tech-Start-up
  • Fahrzeug: vollelektrischer Lkw mit autonomer Fahrfunktion nach SAE-Level-4
  • Einsatz: Filialbelieferung auf öffentlichen Straßen im Realbetrieb
  • Geschwindigkeit im Pilotbetrieb: maximal 25 km/h
  • Pilotphasen: Start der ersten Phase im September 2026; eine zweite Phase ist ab 

Was bedeutet SAE-Level-4-Automatisierung?

Die SAE-Klassifikation beschreibt sechs Automatisierungsstufen von Level 0 bis Level 5. Bei SAE-Level-4-Automatisierung übernimmt das automatisierte Fahrsystem innerhalb eines festgelegten Einsatzbereichs und unter definierten Bedingungen die komplette Fahraufgabe. 

Das bedeutet zugleich: Ein Fahrzeug mit SAE-Level-4-Automatisierung fährt nicht überall und unter allen Umständen autonom. Entscheidend ist der konkrete Einsatzbereich, für den das System ausgelegt und zugelassen ist.

Im Pilotbetrieb begleitet ein sogenannter Local Operator die Fahrt in einem separaten Fahrzeug. In der ersten Phase übernimmt er außerdem die Be- und Entladung der Waren.

Warum autonome Filialbelieferung?

Lkw mit autonomer Fahrfunktion sind für die Unternehmen der Schwarz Gruppe kein Selbstzweck und keine alleinige Antwort auf die Herausforderungen der Logistik. Sie können ein wichtiger Baustein zur Transformation der Branche sein.

Warenströme resilienter aufstellen

Eine belastbare Logistik ist die Grundlage für eine zuverlässige Warenversorgung. Hochautomatisierte Transportwege können dazu beitragen, Warenströme zu verstetigen, die operative Effizienz zu erhöhen und Abhängigkeiten von äußeren Rahmenbedingungen  zu verringern.

Dem Fachkräftemangel begegnen

Der Fachkräftemangel in der Logistik ist bereits heute spürbar. Durch den Einsatz automatisierter Systeme gestalten wir, die Unternehmen der Schwarz Gruppe, das Berufsbild in der Logistik zukunftsfähig, entlasten das Fahrpersonal bei Routineaufgaben und schaffen Freiräume für komplexere Tätigkeiten. Dabei bleibt der Mensch die zentrale Steuerungsinstanz. Technologie unterstützt dort, wo sie sinnvoll eingesetzt werden kann und trägt dazu bei, Aufgaben und Rollen in der Logistik weiterzuentwickeln. 

Autonomie und Elektrifizierung verbinden

Der eingesetzte Lkw mit SAE-Level-4-Automatisierung fährt vollelektrisch. Während der Fahrt entstehen dadurch keine direkten Abgasemissionen. Autonomie und Elektrifizierung gehen in der Logistik Hand in Hand: Der Pilot untersucht, wie eine autonome Fahrfunktion und ein elektrischer Antrieb in einem realen Transportprozess zusammenspielen und welche Effizienzpotenziale daraus entstehen können.

Ob und unter welchen Bedingungen sich diese Potenziale im konkreten Betrieb realisieren lassen, wird im Pilotprojekt systematisch untersucht. Deshalb geht es nicht nur um die Frage, ob ein Lkw autonom fahren kann. Es geht darum, wie sich die Technologie in die gesamte Supply Chain integrieren lässt und welche Voraussetzungen dafür an den beteiligten Standorten erfüllt sein müssen.

Ein Ökosystem für komplexe Veränderungen

Komplexer Wandel gelingt nicht im Alleingang. Die Stärke der Unternehmen der Schwarz Gruppe liegt im Zusammenspiel ihrer Geschäftsfelder und Kompetenzen. Die Skalierungskraft und operative Erfahrung der Gruppe treffen auf die Innovationsdynamik eines starken Tech-Startup.

Im Pilotprojekt bringt Lidl in Deutschland die Anforderungen des operativen Filialgeschäfts ein. Einride steuert die Technologie und die Erfahrung mit autonomen Transportlösungen bei. Das von Schwarz Corporate Solutions und Schwarz Digits initiierte Projekt demonstriert, wie die Unternehmen der Schwarz Gruppe Synergien wirksam nutzen. Diese spartenübergreifende Zusammenarbeit verbindet die Anforderungen des täglichen Betriebs mit technologischer Weitsicht. Sie schafft die Möglichkeit, neue Ansätze nicht nur technisch zu testen, sondern sie entlang der gesamten Prozesskette zu bewerten.

Die Zusammenarbeit mit Einride steht dabei beispielhaft für einen Grundsatz der Unternehmen der Schwarz Gruppe: Wir suchen gemeinsam mit Partnern aktiv nach zukunftsfähigen Lösungen, erproben sie unter realen Bedingungen und prüfen, wie sie sich in unser Gesamtsystem integrieren lassen.

Das ist Voraushandeln statt nur Vorausdenken.

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